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10-Punkte-Plan

4. Vernetzung

Die Thur verbindet fünf Kantone. Sie verbindet verschiedene Landschaften, von alpinen über voralpine Landschaften bis zu den Flussebenen im Thurgau und vor der Mündung in den Rhein. Sie ist für viele Arten ein wichtiger Wander- und Ausbreitungskorridor. Fische, wie einst der Lachs, steigen aus den Unterläufen auf, um in den Oberläufen zu laichen. Die unterschiedlichen topographischen Bedingungen führen dazu, dass die Thur über ihre Länge vielfältige Formen annimmt und unterschiedliche Lebensräume ausbildet.

Leider sind diese Wanderbewegungen gerade für ans Wasser gebundene Organismen in der Thur oft nur bedingt möglich. So befinden sich zwischen Schwarzenbach und der Mündung rund 50 künstliche Hindernisse in der Thur. Darunter etliche Schwellen und Rampen (von bis zu 140 cm Höhe) und auch sechs Kraftwerkswehre. Einige dieser Barrieren sind bis heute nicht fischgängig und unterbrechen die Vernetzung des Flusslebensraumes. Auch in den Seitengewässern ist die Durchgängigkeit leider oft nicht gegeben, sei es durch weitere Wasserkraftanlagen (wie an der Sitter oder der Murg) oder durch künstliche Abstürze oder Eindolungen bei der Einmündung. Diese Bauwerke müssen dringend saniert und die Vernetzung muss flussauf- und flussabwärts wiederhergestellt werden; entweder durch den Einbau von Fischpassagen oder
durch den Rückbau der Bauwerke.

Das Wehr von Eschikofen (Müllheim-Wigoltingen) ist bei jedem Wasserstand eine harte und unpassierbare Zäsur im Fluss. (Flussbau AG)

Barrieren in Fliessgewässern

Barrieren in Fliessgewässern verhindern die Entwicklung von intakten Lebensräumen, sie vermindern den Geschiebetransport und v.a. unterbrechen sie die für viele Pflanzen- und Tierarten so wichtige Längsvernetzung der Gewässer. Darunter leiden insbesondere die Fische: 58% aller Schweizer Fischarten stehen auf der Roten Liste, acht Arten sind bereits ausgestorben. Darunter die majestätischen Wanderfische Lachs, Maifisch und Stör. Sie sind, wie alle Wanderfische, darauf angewiesen, die Flüsse und Bäche hinauf- oder hinabwandern zu können, zu ihren Laichgebieten, um sich dort fortzupflanzen.

Gerade an der Thur, wo früher der Lachs heimisch war, gilt es die noch vorhandenen Hindernisse entweder fischgängig zu gestalten oder wo möglich ganz zu entfernen. Denn wenn die Rückkehr des Lachses in die Schweiz tatsächlich klappt – und danach schaut es momentan aus – dann sollen die Thur und ihre Zuflüsse bereit sein, sodass er sich sein ehemaliges Gebiet (bis Bischofszell ist es dokumentiert) zurückerobern und für eine neue Generation von Thur-Lachsen sorgen kann.

Wiederbesiedlungsperimeter des Lachses in der Schweiz. Auch die Thur war einst ein Lachsgewässer.